Geschäftsmodell als Analyseeinheit für Strategie

Geschäftsmodell ist heute einer der meist verwendeten Begriffe im Management, wobei meistens keine Aussagen getroffen wird, was ein Geschäftsmodell eigentlich ist.

Häufig schwingt die Konnotation mit, dass, wer ein Geschäftsmodell besitzt, auch eine Strategie hat. Die Verwendung des Begriffs Geschäftsmodell in diesem Sinne ist gefährlich für Unternehmen, da jedes Unternehmen ein Geschäftsmodell hat, unabhängig davon, ob es ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist oder nicht.

Ein Geschäftsmodell ist nichts anderes als eine mögliche Sichtweise auf Unternehmen und eine Beschreibung wie ein Unternehmen funktioniert. Es ist ein Beschreibungsmodell eines Unternehmens (Geschäftes) - nicht mehr und nicht weniger. So hat jeder Metzger und jeder Bäcker ein Geschäftsmodell (Verkauf von Frischwaren aus eigener Fertigung an Endkunden über den Distributionskanal Laden).

Ein Geschäftsmodell ist eine Analyseeinheit, keine Strategie

Ein Geschäftsmodell ist eine Analyseeinheit, auf die spätere Strategien basieren können. So wie bei der Industrieanalyse die Industrie der Fokus der Analyse ist und die Art und Weise, wie sich ein Unternehmen in der Industrie positioniert, eine Strategie ist, ist das Geschäftsmodell nur die Analyseeinheit auf der eine Strategie basiert. Ein Geschäftsmodell ist keine Strategie, nur eine Analyseeinheit.

Veränderungen des Geschäftsmodells können Strategie sein

Eine Geschäftsmodellinnovation ist dagegen eine Strategie, da hier bewusst ein Geschäftsmodell geändert wird, um sich gegenüber Wettbewerbern zu differenzieren. Hier lassen sich Value Innovation, Architekturinnovationen, Ertragsmodellinnovationen und Koordinationsmechanismusinnovationen unterscheiden.

Um diese Unterscheidung deutlich zu machen, habe ich einige Definitionen aus dem Buch auf dieser Webseite aufgeführt.

Für Kommentare bin ich dankbar. Bitte schicken Sie eine Email an Patrick.Staehler[at]gmail.com.