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Definition Geschäftsmodell

Peter Drucker, der Management Vordenker, hat schon sehr früh die Frage gestellt:

What is your business?

Ein Geschäftsmodell ist nichts anderes als die Beantwortung der Frage von Drucker. Jeder Unternehmer muss die Frage beantworten können, damit er auch weiss, was er führt und weiterentwickelt.

Um welche Fragen geht es:

  • Welchen Nutzen stiftet das Unternehmen seinen Kunden und seinen wichtigsten Partnern, die an der Wertschöpfung beteiligt sind?
  • Wie erbringt das Unternehmen diesen Nutzen?
  • Wie verdient das Unternehmen Geld?

Drei einfache Fragen, schwierig zu beantworten. Im folgenden gehe ich genauer darauf ein, was diese Fragen sind und daraus abgeleitet, was ein Geschäft (Business)modell ist.

Ein Geschäftsmodell ist eine modellhafte Beschreibung eines Geschäftes oder englisch Business. Ein Geschäftsmodell besteht aus drei Hauptkomponenten: Value Proposition, Architektur der Wertschöpfung und dem Ertragsmodell.

  • Ein Geschäftsmodell enthält eine Beschreibung, welchen Nutzen Kunden oder andere Partner des Unternehmens aus der Verbindung mit diesem Unternehmen ziehen können. Dieser Teil eines Geschäftsmodells wird Value Proposition genannt. Es beantwortet die Frage: Welchen Nutzen stiftet das Unternehmen?
  • Ein Geschäftsmodell ist gleichzeitig eine Architektur der Wertschöpfung, d.h., wie der Nutzen für die Kunden generiert wird. Diese Architektur beinhaltet eine Beschreibung der verschiedenen Stufen der Wertschöpfung und der verschiedenen wirtschaftlichen Agenten und ihrer Rollen in der Wertschöpfung. Es beantwortet die Frage: Wie wird die Leistung in welcher Konfiguration erstellt?
  • Neben dem Was und dem Wie beschreibt das Geschäftsmodell auch, welche Einnahmen das Unternehmen aus welchen Quellen generiert. Die zukünftigen Einnahmen entscheiden über den Wert des Geschäftsmodells und damit über seine Nachhaltigkeit. Es beantwortet die Frage: Wodurch wird Geld verdient? Dieser Teil des Geschäftsmodells heisst Ertragsmodell.

Ich definiere ein Geschäft bewusst nicht über das Produkt oder den Markt, den es bedient, sondern allein über den Nutzen, den ein Unternehmen seinen Kunden stiftet (Value Proposition). Das Produkt und der Markt sind dann Teil der Wertschöpfungsarchitektur, um die Value Propositon zu erfüllen.

Das Geschäftsmodell kann die Beschreibung einerseits eines einzelnen Unternehmens, andererseits aber auch einer ganzen Industrie sein. Im letzteren Sinne verwendet man den Begriff des Geschäftsmodells insbesondere bei reifen Industrien, bei denen sich ein dominantes Geschäftsmodell durchgesetzt hat.

Geschäftsmodell und Strategie

Jedes Unternehmen hat ein Geschäftsmodell, da es einfach die Beschreibung ihres Geschäftes ist, nicht mehr und nicht weniger. Ein Geschäftsmodell zu haben, ist ergo keine Strategie. Eine bewusste Veränderung des Geschäftsmodell kann eine Strategie sein.

Geschäftsmodelle können der Ansatzpunkt für Innovationen sein, d.h. Unternehmen können bewusst Teile ihres Geschäftsmodells verändern und so versuchen gegenüber ihren Wettbewerbern einen Vorteil herauszuarbeiten (siehe hier zu Geschäftsmodellinnovationen).

Text teilweise entnommen: Stähler, Patrick (2001). Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie: Merkmale, Strategien und Auswirkungen, Josef Eul Verlag, Köln-Lohmar, S. 41f. Für Kommentare bin ich dankbar. Bitte schicken Sie eine Email an Patrick.Staehler[at]gmail.com.

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